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Reiseblog Lublin

10.10.17/ 11.11.2017 Ankunft

Flug nach Lublin, für einige der erste Flug. Aufregend, aber gut überstanden. Am Flughafen in Warschau ein Problem: die reservierten Autos können nur mit einer Kreditkarte abgeholt werden. Wir haben keine. Ein netter Mitarbeiter einer Vermietung vermittelt uns einen Kontakt zu einem Autovermieter, bei dem wir ohne Kreditkarte Autos mieten können. Etwas teurer und kein Kombi dabei, das ist eng. Nach 3 Stunden Fahrtzeit Ankunft in Lublin. Unterkunft beziehen, erste Eindrücke sammeln, einkaufen, ein wenig ausruhen. Abendessen in einem Lokal: Gerichte der Region, gut und günstig. Ein wenig Überzeugungsarbeit ist schon notwendig. Datenverbindungen müssen noch eingerichtet werden, das klappt nicht bei allen gleich gut. Die ersten Rückmeldungen nach Hause, der Tag war anstrengend.

 

12.10.2017 Stadtführung in Zamość

Nach dem Frühstück holen uns Jacek und Ewa, (eine Teilnehmerin der polnischen Gruppe, die bereits bei uns war), in der Unterkunft ab. Wir fahren mit dem Bus und einer Gruppe polnischer Jugendlicher nach Zamość. Jacek kann uns nicht begleiten. In Zamość gibt es eine Führung durch die Stadt, auf Polnisch. Ewelina und Fryderyk haben viel zu übersetzen. Die Renaissancebauten sind nur begrenzt interessant, die Festungsanlagen aber umso mehr. Highlight ist das Abfeuern einer historischen Kanone. Auch wenn sie klein war machte das deutlich mehr Lärm als erwartet. Es klingelten einige Ohren und die Druckwelle haben alle gespürt. Anschließend ging es zum Mittagessen in ein Restaurant in einem Museumsdorf. Traditionelle polnische Küche mit saurer Mehlsuppe und anschließenden Stampfkartoffeln, Rohkost und Hähnchenschnitzel mit Eipanade. Die Führung durch das Museumsdorf war sehr kurzweilig. Die Holzhäuser des 18. Jahrhundert, Werkzeuge der damaligen Landwirtschaft, archäologische Funde inklusive einer Sammlung Meteoriten, bis hin zu Maschinen des beginnenden 20. Jahrhundert.

 

13.10.17 Bowling

Heute haben wir uns mit den polnischen Jugendlichen zum Bowlen verabredet. Es erwartete uns eine 15-köpfige Gruppe. In gemischten Gruppen gab es keine Verständigungsprobleme und alle hatten Spaß. Bei dem anschließenden Besuch in Escape-rooms wurde die Kommunikation auf eine besondere Probe gestellt. Aber auch das meisterten alle mit Erfolg. Der gemeinsame Tag endete mit einem Mittagessen mit typisch polnischen Gerichten. Nach einer kurzen Pause erkundeten wir noch die Neustadt von Lublin.

 

14.10.17 Ausflug nach Kazimierz Dolny/ Besichtigung Drei-Kreuze-Hügel

Ein Ausflug nach Kazimierz Dolny stand heute auf dem Programm. Die mittelalterliche Stadt wurde uns von Iwona, der Begleiterin der OHP-Gruppe, empfohlen. Nach einer 1-stündigen Autofahrt waren wir da. Eine schöne alte Stadt, auch an einem nicht so sonnigen Samstag gut besucht. Wir haben den Drei-Kreuze-Hügel erklommen mit einem guten Panoramablick über das Weichseltal. Nicht mit allen sind wir dann noch auf den Schlossberg mit restaurierter Festung gelaufen. Auch hier gab es eine fantastische Aussicht. Nach einem Mittagsimbiss ging es zurück. Der Abend war zur freien Verfügung.

 

15.10.17 Freizeitaktivitäten

Heute war Freizeit angesagt. Der erste Termin viel leider aus, die Eislaufhalle hatte gerade diese Woche geschlossen. Dafür war Billard und nochmals Bowlen gefragt. Anschließend ein kleiner Imbiss. Danach der botanische Garten. Leider schloss der auch schon um 17:30 Uhr, so dass wir nur einen ersten Eindruck gewinnen konnten. Es bestand aber allgemeines Interesse, nochmals einen Versuch zu starten, wenn die  Zeit es zulässt. Das abschließende Abendessen in einem Restaurant mit polnischen Spezialitäten haben alle genossen.

 

16.10.17 Botanischer Garten

Wir trafen uns heute mit der polnischen Gruppe an einer Schule. Hier fand ein Gedächtnislauf für Papst Joh. II statt, an dem die Jugendlichen teilnahmen oder in der Organisation eingebunden waren. Es starteten verschiedene Altersgruppen auf unterschiedlichen Streckenlängen. Unsere Gruppe wurde zur Absperrung der Langstrecke an Kreuzungen beteiligt. Anschließend gab es Tee und eine Suppe. Die Veranstaltung endete gegen 15:00 Uhr. Den Rest des schönen Tages verbrachten wir im bot. Garten von Lublin, eine schöne, parkähnliche Anlage. Die Jugendlichen konnten den Spätsommertag genießen.

 

17.10.17 Gedenkstätte

Der erste Tag in der Gedenkstätte. Wir trafen uns mit den polnischen Jugendlichen in Majdanek. Wir hatten eine getrennte Führung, deutschsprachig und polnisch. Zu Anfang ein Film mit historischen Aufnahmen, anschließend eine über zweistündige Führung durch die Anlage. Unsere Jugendlichen waren sehr interessiert und trotz des schwierigen Themas nahezu die ganze Zeit sehr konzentriert. Da unsere Führung deutlich länger dauerte als die polnische, war ein anschließender Gedankenaustausch nicht mehr möglich. In unserer Gruppe gab es noch einen regen Austausch der Eindrücke.

 

18.10.17 Erster Arbeitseinsatz

Heute der erste Arbeitseinsatz. Zusammen mit den Jugendlichen der OHP wurden wir in zwei Gruppen aufgeteilt. Eine Gruppe übernahm Aufgaben der Holzimprägnierung, die zweite Gruppe führte Reparaturarbeiten am Stacheldrahtzaun des Feld III aus. Um 13:30 Uhr fand ein Gespräch mit dem Zeitzeugen, Herr Zdzislaw Badio, statt. Der inzwischen 92jährige berichtete sehr lebhaft und detailliert über sein Leben und den Alltag im Lager. Es hinterließ  einen nachhaltigen Eindruck und führte in unserer Gruppe bis in den Abend hinein zu einem regen Austausch. Wir treffen die Jugendlichen der OHP morgen zu einem neuen Arbeitseinsatz.

 

19.10.17 Majdanek

Ein weiterer Tag in Majdanek. Aber zuerst ging es heute zur OHP zur offiziellen Verabschiedung. Der Standortkommandant (Jacek Bury) und sein Vorgesetzter mussten zu einem Arbeitsprojekt in die Ukraine. Deshalb fand der Termin morgens statt. Beide versicherten uns, dass sie an einer weiteren Zusammenarbeit sehr interessiert sind und hatten auch schon einige neue Ideen. Für unsere Teilnehmer gab es Präsente. Anschließend fuhren wir nach Majdanek, dort wurden verschiedenste Arbeiten vollzogen, beispielsweise das Instandsetzen des Zaunes. Als neue Arbeit kam in der Baracke 22 eine Bodenabdichtung mit Teerpappe hinzu. Gegen 13:00 Uhr war die Arbeit beendet. Wir wurden sehr herzlich von Frau Julia Witkowska verabschiedet und bekamen über unseren Einsatz noch eine Urkunde. Wir waren zum Mittagessen in der OHP eingeladen. Daraus entwickelte sich noch ein schöner Nachmittag mit allerlei gemeinsamen Aktivitäten. Gegen 18:00 Uhr haben wir uns verabschiedet, es mussten schließlich noch Koffer gepackt werden.

 

 

 

Zamość
Bowling
Kazimierz Dolny
Drei-Kreuze-Hügel
Das Denkmal am Eingang des Lagers
Zaunreperatur
Verabschiedung bei der OHP