Die Akademie Klausenhof hat gemeinsam mit weiteren Partnern ein vierjähriges Projekt (gefördert über Interreg) gestartet, das Menschen mit Behinderung in der deutsch-niederländischen Grenzregion / Euregio ermöglicht, gemeinsam zu lernen und ihre Kompetenz zu verbessern.
Kernpunkt ist ein umfangreiches, inklusives Weiterbildungsprogramm. Das Projekt hat jetzt einen ersten Newsletter veröffentlicht, den Sie nun folgend lesen können.
Grenzenlos inklusiv / Inclusie zonder grenzen
Newsletter 1/2025
Wie gelingt grenzenlose Inklusion?
Inklusion: Gemeinsames Lernen und Arbeiten für Menschen mit Behinderung in den Niederlanden und Deutschland / neues Interreg-Projekt ist angelaufen
Das Projekt „Grenzenlos inklusiv“ ermöglicht es, dass Menschen mit Behinderung aus den Niederlanden und Deutschland gemeinsam lernen und ihre beruflichen Perspektiven verbessern. Außerdem fördert das Projekt die grenzüberschreitende Zusammenarbeit und Vernetzung im Bereich der Inklusion und entwickelt ein inklusives Café in der Region Bocholt. In diesem Projekt arbeiten Edunova (Projektleitung, Winterswijk), Bijzonder Gewoon (inklusives Café in Winterswijk), Akademie Klausenhof (Projektentwicklung und Bildungsprogramm, Dingden/Rhede), Hogeschool Saxion (wissenschaftliche Begleitung, Enschede) sowie das Lunchcafé Europa (Café in Gründung, Bocholt) zusammen.
Wer kann mitmachen?
Bei diesem Vorhaben können alle interessierten Akteur*innen und Organisationen aus dem deutsch-niederländischen Grenzgebiet mit Schwerpunkt Kreis Borken, Achterhoek/Overijssel und den umliegenden Regionen mitmachen. Dies sind z. B. Bildungsorganisationen (Schulen, Hochschulen, Weiterbildungs-einrichtungen), Beratungsstellen, Treffs, Wohngruppen, Selbsthilfeorganisationen und NGOs, Werkstätten für Menschen mit Behinderung, Arbeitgeber, Verwaltungen (z. B. Arbeitsagenturen oder Jobcenter) und Einzelpersonen.
Wir informieren regelmäßig über die Projektaktivitäten und Angebote.
Was bietet das Projekt an?
1. Deutsch-niederländische Vernetzungstreffen mit einem Weiterbildungsprogramm für Menschen mit und ohne Behinderung. Diese finden halbjährlich an wechselnden Orten statt.
2. Inklusives und barrierearmes Weiterbildungsprogramm für Menschen mit Behinderung aus den Niederlanden und aus Deutschland. Themen sind berufsbezogene Inhalte und Sprache mit Schwerpunkt Gastronomie, wie z. B.: Wie verhalte ich mich gegenüber Kunden? Wie nehme ich Bestellungen entgegen? Was sind meine Rechte als Arbeitnehmer*in? Welche Rechte habe ich, wenn ich eine Behinderung habe? Wie sind die Abläufe in der Küche? Hinzu kommen Sprachkurse in Deutsch bzw. Niederländisch.
Alle Angebote sind auf die besonderen Bedürfnisse von Menschen mit Behinderung zugeschnitten, zweisprachig organisiert und nutzen innovative Methoden. In der Regel dauert jedes Angebot zwei bis drei Stunden. Die Kurse finden überwiegend in Bocholt und Winterswijk statt sowie an weiteren, wechselnden Orten. Hinzu kommen mögliche Praktika in gastronomischen Betrieben.
Das Bildungsprogramm startet Anfang 2026 und wird von der Akademie Klausenhof organisiert.
3. Aufbau eines inklusiven Cafés in Bocholt. Das Café dient als Modellstandort sowie als Praxisort für das Weiterbildungsprogramm – ebenso wie das schon bestehende Café Bijzonder Gewoon in Winterswijk.
Gibt es bestimmte Voraussetzungen für eine Teilnahme, insbesondere am Bildungsprogramm?
Grundsätzlich richten sich die Angebote an Menschen mit Behinderung. Im Verständnis dieses Programms zählen alle Personen dazu, die aufgrund von körperlichen und geistigen Einschränkungen von Barrieren in Beruf und Gesellschaft betroffen sind. Im weiteren Sinne und im Geiste der UN-Charta für Menschen mit Behinderung sind alle einbezogen, die aus verschiedenen Gründen (einschließlich sozialer) nicht uneingeschränkt am gesellschaftlichen Leben teilhaben können. Es gibt keine formale Prüfung – das Projektteam achtet aber darauf, dass besonders benachteiligte Personen bevorzugt werden.
Wie ermöglicht das Projekt Teilhabe?
Das Projekt bemüht sich, allen Interessierten eine Teilhabe zu ermöglichen. Das schließt z. B. einen Fahrdienst oder spezielle unterstützende Angebote ein. Dies wird gerne mit jedem Einzelnen besprochen und organisiert.
Gerne kooperiert das Projekt bei den Bildungsangeboten z. B. mit Wohlfahrtsorganisationen, Werkstätten und anderen Akteur*innen. Es ist auch möglich, in bestimmten Fällen ein Angebot direkt vor Ort zu realisieren. Die Bildungsangebote finden in kleinen Lerngruppen (ca. 2-6 Personen) statt und werden von erfahrenen Trainer*innen geleitet sowie einer sozialpädagogischen Kraft unterstützt. Das Projekt beschäftigt außerdem eine Person mit Behinderung als Inklusionsbeauftragte*n. Ziele sind die individuelle Verbesserung der Kompetenzen sowie die grenzüberschreitende Zusammenarbeit.
Was kostet eine Teilnahme?
Alle Angebote sind kostenlos und werden aus den Projektmitteln finanziert (2025-2029, gefördert von Interreg DE-NL). Möglicherweise ist es nötig, dass bei individuellen Bedarfen zusätzliche Kostenträger gefunden werden müssen.
An wen wende ich mich?
Per E-Mail: grenzenlos(at)akademie-klausenhof.de oder telefonisch bei Tina Nienhaus (Akademie Klausenhof) unter 02852 89 1331
Wenn Sie als Organisation mitmachen möchten, dann schreiben Sie uns bitte an. Gerne klären wir mit Ihnen gemeinsam, in welcher Form Sie dieses Projekt aktiv mitgestalten und die Menschen mit Behinderung in Ihrer Organisation selber von einer Teilnahme profitieren können. Sie können sich auch mit weiteren Fragen an uns wenden, die wir selbstverständlich gerne beantworten werden.
Wir freuen uns, von Ihnen zu hören!

